TV Emmering

Berichte aus dem Vereinsleben
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Bericht über eine Weltumsegelung

Der große Gemeindesaal im Emmeringer Bürgerhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf der Dia-Leinwand war eine große Weltkarte zu sehen mit der schwarz eingezeichneten Reiseroute, die über fast alle Traumziele dieser Welt führte.
Man wartete gespannt auf den Bericht von Dieter Marx, der mit seiner Segelyacht "Lena Ly", übrigens die Namen seiner beiden Enkelkinder "Lena" und "Ly", in 1064 Tagen entlang dieser Linie "einhand" die Welt umsegelt hatte.

Die Segelabteilung des TVE hatte Dieter Marx mit seinem Dia-Vortrag nach Emmering geholt. Gerhard Heina, der Vorstand der Segler, bedankte sich bei allen die mitgeholfen hatten, das besondere Ereignis publik zu machen und übergab anschließend Dieter Marx das Wort zu einen hoch interessanten Vortrag.

Mehr als 38.000 sm, das sind über 70.000 km, lagen hinter ihm, und 1064 Tage waren bis zu seiner Rückkehr vergangen. Tage, an denen er Unglaubliches erlebt hatte: Segelromantik zum Träumen, Bilderbuch-Strände und Inseln, Sonnenuntergänge, die an Schönheit nicht zu überbieten waren, die unendliche Weite der Meere, und nicht zu beschreibende Glücksgefühle. Er hat unglaublich liebenswürdige Menschen kennen gelernt, aber auch Menschen, deren einziges Bestreben es war, andere auszunutzen und zu schaden.
Und dann gab immer wieder Momente des schmerzenden Abschieds, der nagenden Zweifel an seinem Tun, und Tage gefüllt mit grenzenlosem Heimweh. Und natürlich waren da auch beängstigende Horrorerlebnisse: Brüllende Stürme und turmhohe Wellen, die ihn an den Rand seiner Belastbarkeit gebracht haben, mit Todesangst, Verzweiflung und Halluzinationen. In diesen Momenten hat ihm seine tiefe Gläubigkeit Kraft und Zuversicht gegeben.

Es war wohl gerade dieser Gegensatz, der alle gebannt zuhören ließ. Während der ganzen Zeit des Dia-Vortrages war es unglaublich ruhig im großen Gemeindesaal. Dieter Marx hatte in schonungsloser Offenheit und Ehrlichkeit in seinem Vortrag die zwei Seiten seiner Weltumsegelung aufgezeigt, jeden begeistert und doch auch nachdenklich gemacht.


Auch der Abschied von seinem Schiff "Lena Ly" am Ende der Weltumsegelung war geprägt von dieser gegensätzlichen Gefühlswelt: Unendliches Glücksgefühl, es geschafft zu haben und wieder zu Hause zu sein. Aber auch tiefe Traurigkeit, sich nun von seinem Schiff verabschieden zu müssen. Die Traurigkeit die so tief war, dass er sich sogar von jeden kleinsten Teil verabschieden musste.